Rezension 7, April  2017

Ana Schoretits‘ neues Buch ist übervoll von sinnlich Erfühltem, Gehörtem und Erlebtem aus ihren unterschiedlichen Reisen, die sie in eine Route mit Start und Zielpunkt Zagersdorf, ihrem burgenländischen Heimatort, verwandelt hat. Gedichte und Prosa umarmen einander und ergänzen sich sprachlich. Begegnungen, Geschichte, Sprache, Kunst und Kultur der einzelnen Länder und besuchten Orte sind in den Prosatexten und Gedichten verwoben und lassen viel Spielraum für die eigene Fantasie. Die einzelnen Abschnitte sind teilweise zweisprachig in Deutsch und Burgenlandkroatisch und durch ein Schriftband mit entsprechendem Schwarzweiß-Foto verbunden. 

Die Autorin ist in Cogrštof/Zagersdorf – einem einst rein kroatischen Dorf nahe Eisenstadt – aufgewachsen, die Bewahrung der kroatischen Sprache ist ihr ein großes Anliegen. Sie schreibt Lyrik, Prosa, Theaterstücke, Essays, Übersetzungen und Beiträge für den Rundfunk in burgenlandkroatischer und deutscher Sprache. 30 Jahre lang war sie auch Autorin und Regisseurin der Theatergruppe Zagersdorf, erhielt bereits mehrere Preise und Auszeichnungen und ist seit 1994 Mitglied des PEN-Clubs Österreich. 

Ana Schoretits: Nicht wissen, woher man kommt. Reisen, entdecken, begegnen. Gedichte und Kurzprosa, Deutsch/Kroatisch. Mit Fotografien von Martin Binder. 365 Seiten, Edition Lex Liszt 12, Oberwart 2016,  EUR 25,00

 

Ulrike Reschitzegger

Ulrike Reschitzegger

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